Konzertarchiv

Chorkonzert „Frieden – Zeit und Ewigkeit“

OKC_Frieden_PlakatA3_100417.pdf

Samstag, 17.Juni 2017, 19 Uhr, St. Ansgari Oldenburg
Sonntag, 18.Juni 2017, 17 Uhr, Chorzyklus preisgekronte Chore, Herz-Jesu-Kirche Munster, Wolbecker Str. 125

Werke von Rheinberger, Esenvalds, Dubra, Poos u.a.
Leitung: Johannes von Hoff

Auch die feine Belle Epoque hat ihre Kanten

NWZ 28.3.2017

von Horst Hollmann

EVERSTEN Durch die Kreuzgange von Gabriel Faures Requiem blast Johannes von Hoff viel frischen Wind. Damit stellt sich am Sonntagabend der Kantor in der ausverkauften Ansgarikirche (an der Edewechter Landstra?e in Eversten) keineswegs in einen Widerspruch zum 1887 komponierten Hauptwerk des Franzosen. Die Belebung bricht sich ganz von innen heraus Bahn, zeigt sich nicht etwa in der Wahl flotterer Tempi oder gro?erer Klangwucht.

Faure hat seine 40 Minuten dauernden sieben Messesatze nie selbst gehort. Er war zur Mitte seines Lebens (1845 – 1924) schon vollstandig ertaubt. Die Musik hat er nur in seinem Inneren gespurt. Und es bewirkt den tiefen Eindruck des in der erweiterten Orchesterfassung von 1900 gespielten Werkes, dass aller Trost, alles Ausmalen eines entruckt-seligen Paradieses ganz aus dem Inneren kommt.

Das Collegium Vocale Hannover hat von Hoff diesmal mit seinem Oldenburger Kammerchor vereinigt, zwei hoch qualifizierte Ensembles. Sie fugen sich mit intonatorischer und rhythmischer Genauigkeit glucklich ineinander. Das Junge Sinfonieorchester Hannover fullt den farbigen Orchesterpart mit Hingabe, klarer Zeichnung und dynamischer Biegsamkeit aus. In dieser Partnerschaft wird aus Lyrik und Innigkeit nicht Weichheit, kein su?es Sauseln schleift Kanten ab. Die Solisten Francisca Prudencio (Sopran) und Samuel Hasselhorn (Bariton) fugen sich mit ihrem weitgehend vibratofreien Gesang in diese Linie ein.

Das ist auch die Qualitat, die das „Stabat Mater“ von Francis Poulenc pragt. In den zwolf kurzen Abschnitten gelingt in Ansgari eine optimale Synthese aus flussiger Diktion und intensiver Detailgestaltung. Sehr dicht setzt Poulenc Tragik gegen Hoffnung. Musik der Belle Epoque (Faure) und des Neoklassizismus (Poulenc) muss nicht weichgespult sein. Was eindringlich zu beweisen war.

Passionskonzerte

Samstag, 25. März 2017,
Marktkirche Hannover
Sonntag, 26. März 2017,
St. Ansgari Oldenburg

Gabriel Fauré: Requiem
Francis Poulenc: Stabat Mater

Gabriel Faure: Requiem
Francis Poulenc: Stabat Mater

Francisca Prudencio (Sopran)
Samuel Hasselhorn (Bariton)
Oldenburger Kammerchor und Collegium Vocale Hannover
Junges Sinfonieorchester Hannover

Weihnachtliche Chormusik im Gottesdienst

Sonntag, 18.12.2016 |10 Uhr Ansgarikirche, Oldenburg Eversten

„Liebe“ – schwärmerische Chormusik des 19. und 20. Jahrhunderts mit Werken von G. Holst, N. Lindberg, M. Lauridson u.a.

Sa, 22.10.16, 18.00 Uhr, Norderney, Conversationshaus

Ein anspruchsvoller und ansprechender Chor
Kammerchor feiert in der voll besetzten Ansgarikirche – Kombination mit Jazz-Trio

von Horst Hollmann

Oldenburg – Vielleicht konnte Johannes von Hoff Einspruch erheben, wurde jemand seinen Oldenburger Kammerchor ein wundervolles Instrument nennen. Instrument? Das klingt mehr nach konzentrierter Technik als nach der Warme und Vielfalt menschlicher Stimmen. Doch im jungsten von mehreren Konzerten zum 30-jahrigen Bestehen schiebt der Chor alle offenen Fragen einfach beiseite.

Der Chor mit seinen standig 30 bis 35 Sangerinnen und Sangern bedient beide Einschatzungen. Er vereinigt instrumental prazise Linienfuhrungen mit den individuellen Charakteren der Stimmen zu einer gro?en Form. Die vielfaltigen individuellen Gefuhle finden in einem denkenden Kollektiv zur gro?en Gemeinsamkeit zusammen.

Der Ansgari-Kantor hat den Auswahlchor 1986 ins Leben gerufen. Im In- und Ausland hat er namhafte Wettbewerbe gewonnen oder ansehnliche Platzierungen erreicht. Wie vielseitig er seine Programme gestaltet, zeigt er in der voll besetzten Ansgarikirche mit Werken zum Thema Liebe. Sie reichen von Motetten des 17. Jahrhunderts von Tomas Luis de Victoria bis zu geistlichen Kompositionen des 21. Jahrhunderts. Die Entdeckerfreude des Chores erweist sich im Zusammenwirken mit den Jazzmusikern Klaus Ignatzek (Klavier), Klaus Fey (Saxofon) und Jens Heisterhagen (Bass), Musikern von europaischem Rang, die in Oldenburg wirken.

Umrahmt von Chorwerken von David Wikander, Gustav Holst oder Morten Lauridsen und verbunden durch die Improvisationen steht das „Hoga Visan“, das „Hohe Lied der Liebe“, von Nils Lindberg im Zentrum. Der stilistisch vielseitige Schwede fuhrt hier den Chor mit dem instrumentalen Trio zusammen. Am Ende der vier Lieder lasst er das Blasinstrument Jubelgirlanden uber Liegetone der menschlichen Stimmen ausbreiten.

Das Trio nimmt intensiv und innovativ die harmonischen Strukturen etwa der Renaissance-Motetten auf, verbindet Historie mit dem Heute. Sehr dicht komponiert ist „Trialogue“ von Fey. Durch Bachs „Air“ traben die Drei eher flott als zu schreiten. Im Zusammenwirken mit dem Chor besticht Ignatzek mit feiner Zuruckhaltung und Einfuhlung.

Der Kammerchor vereinigt enorme Beweglichkeit mit dichter stimmlicher Intensitat und Harmonie. Er klingt rund, ohne jemals forciert zu wirken. Hoff konzipiert die musikalischen Verlaufe weitraumig, zeigt sich stets aber auf die expressive Ausgestaltung von Details bedacht. Lebhaft entwickelt sich dabei das Vor- und Zurucktreten der Stimmen, das Spiel von Licht und Schatten. Anspruchsvoll ist der Chor in seinen Programmen und in seiner eigenen Entwicklung – und ansprechend gegenuber seinen begeisterten Anhangern.

Mehr als 200 Zuschauer lauschten am Sonntagabend der Musik des Oldenburger Kammerchors. Die Veranstaltungen fand im Rahmen des Gartenkultur-Musikfestivals statt.

von Peter Kratzmann

OSTRITTRUM „Wir sind schon ein Stuck uberwaltigt angesichts des Besucherandrangs zu unserer Gartenkultur-Musikfestival-Veranstaltung mit dem Oldenburger Kammerchor“, zeigte sich Monika Grashorn am fruhen Sonntagabend uberrascht. Angesichts von Wettervorhersagen mit schweren Gewittern hatten sich Monika und Gitte Grashorn dazu entschlossen, das Konzert in die Konzertscheune ihres Hofes zu verlegen. „Das kam auch den Sangerinnen und Sangern des Chors wegen der Akustik entgegen“, so Gitte Grashorn. Aber dass am Ende weit uber 200 Zuschauer das Konzert besuchten, uberraschte beide.

Musikalisch geboten wurde ein romantisch-sommerliches Konzert mit dem Oldenburger Kammerchor. Nach dem Oldenburger Staatsorchester gastierte damit auch die zweite musikalische Gro?e aus Oldenburg auf dem Hof Schweers in Ostrittrum.

Der Chor wurde 1986 von Johannes von Hoff gegrundet, umfasst 35 Sangerinnen und Sanger und hat sich zu einem der fuhrenden Kammerchore Deutschlands entwickelt. In Ostrittrum war das sommerliche Programm „Das Hohelied der Liebe – Werke fur Chor und Combo“ zu horen. Dazu boten das gro?zugige Hofgelande, die gemutlichen Platze im Garten und der Hof zwischen den historischen Gebauden oder unter der 200-jahrigen Linde den passenden Rahmen.

Mit „Vidi Speciosam“ Chor Tomas Luis de Victoria eroffnete der Oldenburger Kammerchor das Konzert. Eingebunden in den Konzertablauf waren verjazzte Interpretationen, vorgetragen von Klaus Ignatzek (Pianist und Komponist), erganzt durch den Saxofonist Klaus Fey und Jens Heisterhagen am Bass – allesamt exzellente Musiker ihres Fachs.

Mit Werken von David Wikander, Gust Holst, Morten Lauridsen und Klaus Fey („Trialogue“) endete der erste Konzertteil. Nach der Pause stand „Hoga Visan“ mit Gesang, Bass, Klavier und Saxofon von Nils Lindberg auf dem Programm. Der zweite Konzertteil, der sich mehr noch zeitgenossischer Musik widmete, darunter auch einer Komposition von Klaus Ignatzek, bildete einen musikalischen Kontrast.

Liebe – Werke für Chor und Combo von M. Lauridsen, N. Lindberg u.a.

Sa, 20. August 2016, 19 Uhr, Ganderkesee, Jazzfestival
So, 21. August 2016, 17 Uhr, Oldenburg, Ansgari-Kirche
So, 28. August 2016, 18 Uhr, Dotlingen/Ostrittum, Hof Schweers

30 Jahre Oldenburger Kammerchor

Moons and suns

NWZ – 23.2.2016

Gespur fur Klanggewebe mit feinem Strickmuster

Oldenburger Kammerchor und das Rascher-Saxofonquartett begeistern in der Ansgarikirche

von Horst Hollmann

Wer einen Chor aufgebaut und zu einem der besten im Lande gemacht hat, darf auch mal mit den Fahigkeiten seiner Sangerinnen und Sanger kokettieren. Also animiert Ansgari-Kantor Johannes von Hoff die Zuhorer: „Sie durfen durchaus auch zwischendurch applaudieren“ – und schiebt hinterher: „Naturlich nur, wenn es Ihnen wirklich gefallen hat.“ Was fur eine Einschrankung! Was gabe es am Oldenburger Kammerchor auszusetzen?

Das 30-jahrige Bestehen feiert das Ensemble mit mehreren Auftritten in diesem Jahr. Diesmal gesellt sich in der voll besetzten Ansgarikirche eine Formation dazu, die den ohnehin zu erwartenden Beifall noch hoher branden lasst: Das Rascher-Saxofonquartett, eine im Jahr 1969 gegrundete, in aktueller Besetzung hochst innovative und trotzdem schon legendare Gruppe.

Das Format der Raschers zeigt sich nicht nur in den eigenen Beitragen, sondern gerade im Zusammenwirken von Christine Rall (Sopransaxofon), Elliot Riley (Alt), Andreas van Zoelen (Tenor) und Kenneth Coon (Bariton) mit dem Chor. Das engagierte Ineinandergreifen ist im Kernwerk des Programms fast handfest zu spuren: „Moons an Suns“ von Ivan Moody.

Der Brite greift die finnische Sage, nach der Sonne und Mond verschwunden sind, auf. Am Ende bringt der Schmied Ilmarinen die Gestirne wieder an ihren Platz: Uber Ode und Kalte erwacht neues Leben.

Da zeigt der Chor, wie er abrupte Stimmungswechsel und immense technische Anforderungen in Einklang bringen kann. Mit hochst differenzierter Artikulation arbeitet er die feinen Strickmuster der Klangewebe und Emotionen heraus.

Der Kammerchor zeigt eine Nahe zu Neuer Musik, die auch Arvo Part („Morning Star“) oder John Rutter „Hymn to the Creator of Light“) anregend erleben lasst. Da tragt er mit feinem Gespur fur spannungsvolle Reibungen und Glattungen intensiv uber manche Schlichtheiten hinweg. Von Hoff hat seinen Vorzeigechor auch bei Max Reger, Ildebrando Pizzetti oder Richard McIntyre sehr darin geschult, die Stimmtypen ebenso miteinander zu verschmelzen wie die Verflechtung der Stimmen klar herauszukehren.

Die Raschers setzen dazwischen die Glanzlichter. Sie dampfen ein Piano derart ab, dass noch das Tropfen des Regens an den Fenstern horbar bleibt (Parts „Da pacem Domine“). Sie zaubern Pizzicati hervor (Robert Starers „Light and Shadow“). Sie demonstrieren die komplette Vielfalt von klarer Linienfuhrung zu schwelgerischem Farbenrausch, von impressionistischer Stichelung bis zu raumfullender Dynamik (Variationssatz aus Alexander Glasunows Quartett).

Beifall also! Und davon bitte jede Menge!

Kammerchor verblüfft mit Plattdeutsch am Äquator

NWZ – 11.4.2015

Beeindruckende Erlebnisse und beeindrucktes Publikum – Gratiskonzert in Ansgarikirche

OLDENBURG/QUITO Sie gilt zwar als die schonste Kirche der Neuen Welt, das ist an diesem Abend aber nicht der Grund fur die lange Schlange vor der Iglesia de Compania. Diesmal singt hier in der innen komplett vergoldeten Kirche der Oldenburger Kammerchor – und offenbar will halb Quito zuhoren. „Auch die Armeren sollen die Chance haben, in Konzerte mit klassischer Musik zu gehen“, sagt Chia Patino, Leiterin von „Musica Sacra“.

Das bedeutendste Festival Sudamerikas macht Kirchen zu Konzertsalen, und weil der Eintritt frei ist, treffen die 34 Sangerinnen und Sanger aus Oldenburg in der Hauptstadt Ecuadors auf ein begeistertes Publikum. Schon am Vortag, beim ersten von vier Konzerten in der Zwei-Millionen-Stadt, gibt es dichtes Gedrange vor der Buhne. Und das, obwohl „die europaische Kulturmusik fur die meisten Menschen hier vollig neu ist“, so Johannes von Hoff (Leiter des Oldenburger Kammerchores). Besonders die vielen Kinder hinterlassen gro?en Eindruck: Gebannt lauschen diese vom Fu?boden aus den romantischen Stucken von Bruckner und Rachmaninov.

Zwei ihrer Konzerte geben die Oldenburger zusammen mit dem „Choro Mixto Ciudad de Quito“ – und begeistern damit von Hoff: „Toll, wie schnell die uber 60 Sanger aus zwei Landern hier eine gemeinsame musikalische Sprache gefunden haben.“

Fur den Kammerchor gestalten sich die Proben wahrend der zehntagigen Reise zugleich als echtes Trainingslager: Wie Leistungssportler mussen sie erfahren, dass in 3000 Metern Hohe die Luft knapp werden kann.

Beim Konzert in der goldenen Kirche von Quito sitzt trotzdem jeder Ton. Poulenc, Part, Sateren, Janssonn – schon zwischen den Stucken gibt es jede Menge Applaus. Schlie?lich haben die Oldenburger „Apamuy Shungo“ einstudiert – einen in Ecuador popularen Gesang der Ureinwohner –, und verbluffen damit Publikum wie Profis. Plattdeutsches gibt es zur zweiten Zugabe am Aquator:?„Dat du min Leevsten bust“. Das kommt an – ganz so, wie Herzlichkeit und Gastfreundschaft ebenda auch die Oldenburger beeindrucken. Geschenke, Einladungen, Umarmungen: So bedanken sich die Einheimischen.

Weitere Einladungen zu Auftritten und Workshops in die USA schlie?en sich an. Die Veranstalter von „Musica Sacra“ mochten das Festival auf ganz Sudamerika ausdehnen und dann gern den Kammerchor wiedersehen und -horen. Am Montag, 27. April, um 20 Uhr, kommen aber erst mal wieder die Oldenburger in den Horgenuss: In der Ansgarikirche wird das Ecuador-Programm dann bei einem Gratiskonzert prasentiert.

Konzertreise nach Ecuador
25.03.-07.04.2015
Konzerte – Festival Internacional de Musica Sacra, Quito
Samstag, 28.03.2015, 18 Uhr, Iglesia de San Sebastian
Sonntag, 29.03.2015, 19:30 Uhr, Iglesia de la Compania
Mittwoch, 01.04.2015, 19:30 Uhr, Palacio de Cristal del Centro Cultural Itchimbia
Donnerstag, 02.04.2015, 11:00 Uhr, Iglesia de El Quinche

Anschlusskonzerte 

Montag, 27.04.2015, 20 Uhr
Ansgari-Kirche, Oldenburg-Eversten

Samstag, 09.05.2015, 19 Uhr
St. Hippolyt-Kirche, Nordenham-Blexen

Sonntag 10.05.2015, 17 Uhr
Dom zu Verden